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Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale): Von der „Friedlichen Revolution“ in die „Baseballschlägerjahre“ – Neonazis vor, während und nach dem Untergang der DDR in Halle (Saale)

Am 10. November 2026 um 19:00 Uhr lädt die Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale) zu einer Diskussionsrunde ein.

Das Jahr 1991 markiert in vielerlei Hinsicht den Beginn der offen zu spürenden rechtsextremen Gewalt im Ostdeutschland der 1990er Jahre: das Pogrom im sächsischen Hoyerswerda, der eklatante Anstieg der als
echtsextrem identifizierten Straftaten, die sich in zahlreichen Ausschreitungen, Angriffen und auch Tötungsdelikten widerspiegeln sowie große Mobilisierungsaktionen, an welchen sich zigtausende Neonazis beteiligten.
Am 9. November 1991 wollten auch in Halle (Saale) Neonazis und andere Rechtsextremisten demonstrieren, hatten hierbei jedoch nicht einen solchen Erfolg wie sie ihn in anderen Städten haben sollten.
Ganz offenkundig war bei dieser und anderen geplanten Demonstrationen die schon längst eingetretene Vernetzung ehemaliger DDR-Neonazis mit ihren Kameraden in den alten Ländern der Bundesrepublik.
Wie bereits vor dem Mauerfall und während der Montagsdemonstrationen im Herbst 1989 das Feld bereitet werden sollte, auf dem der Anstieg rechtsextremer Aktivitäten in den frühen 1990er Jahren fruchtete,
soll Thema des Diskussionsabends sein. Dabei wird versucht, sowohl die Perspektive der sich gegen Rechtsextremisten positionierenden Akteure als auch die Handlungen der Sicherheitsorgane vor und nach dem
Mauerfall einzubeziehen. Zusammen mit Niklas Poppe, Mitarbeiter der Gedenkstätte, diskutieren Torsten Hahnel und Felix Schneider.

Torsten Hahnel kämpfte bereits als junger Aktivist in der DDR gegen Rechtsextremismus und gründete 1989 die „Antifaschistische Aktion“ in Halle (Saale). Zudem nahm er am Runden Tisch in Halle teil. Er arbeitet für die Arbeitsstelle Rechtsextremismus beim Netzwerk Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e. V. und analysiert die extreme Rechte in der Region.

Felix Schneider ist Historiker, studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Halle und forscht zu Polizeigeschichte in Ost und West und hierbei insbesondere zur Polizei in der Transformationsphase.

Der Eintritt ist frei.